Er ist Theaterrequisiteur und heißt Josef Bieder. Nomen est omen könnte man jetzt denken — weit gefehlt. Bieder hat echtes Theaterblut in seinen Adern, auch wenn er uns über die Herstellung von Bühnenblut einige Tricks erzählt. Er schildert begeistert, wie verwegen Furtwängler die Kunst des Auftakts, die "Defloration der Stille" beherrschte, wie die Ulanowa sich in einen Schwan und die Bühne in einen See verwandeln konnte. Aber er grantelt auch über die Modetorheiten des Regietheaters, über Schwierigkeiten, denen er sich in seiner Requisitenabteilung ausgesetzt sieht.

Ein Fehler des Theaterdisponenten führt dazu, daß Bieder an einem sogenannten "Schließtag", an dem das Theater also geschlossen sein sollte, unvermittelt einem vollbesetzten Zuschauerraum gegenüber steht. Nach kurzer Irritation überspielt er die ungewohnte Nähe mit dem Publikum und geht, indem er aus seinem Leben erzählt, immer mehr aus sich heraus. Er erlebt und läßt erleben: "Die Sternstunde des Josef Bieder", so auch der Titel der Revue für einen Theaterrequisiteur von Eberhard Streul und Otto Schenk. Otto Schenk spielte die Uraufführung 1992 in Klagenfurt.

Inszenierung: Gerard Es
Es spielt: Manfred Pichler

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